Immer wieder geht es um die Ziele deines Online-Trainings. Die Lernziele begleiten dich im gesamten Prozess deiner Online-Trainingsentwicklung. Sie meinen nichts anderes, als die Antwort auf die Frage, was deine Teilnehmer am Ende des Kurses gelernt haben sollen? Was sollen sie danach wissen, tun können, ausprobieren, umsetzen? Es gibt so viele Möglichkeiten.

Wichtig bei der Zielfindung ist, dass du dich entscheidest. In meinem Artikel über deine Teilnehmer im Training, die „gefühlt“ alle was anderes wollen, habe ich dir empfohlen, deinen Idealkunden ganz genau zu beschreiben. Deine Formulierung der Ziele hängt damit ganz eng zusammen.

Nur wer sein Ziel kennt, findet den Weg. Laozi

Mache dir auch Gedanken darüber, welche Ziele du nicht erreichen möchtest. Nur wenn du dir klar ist, was dein Ziel, bzw. das Ziel deiner Teilnehmer im Online-Training ist, kannst du das auch entsprechend nach außen kommunizieren und die „richtigen Teilnehmer“ erreichen. Und keine Sorge, es gibt für fast 😉 jedes Trainingsziel die richtigen Teilnehmer. 🙂

Die SMARTEN Ziele

Bei der Formulierung deiner Trainings-Ziele macht es Sinn, nach bestimmten Kriterien vorzugehen. Ich empfehle dir, deine Ziele SMART zu formulieren. Dieses Konzept ist einfach umzusetzen und lässt sich universell anwenden. Let’s go:

SPEZIFISCH

Werde konkret! Was genau sollen deine Teilnehmer am Ende des Kurses wissen oder können? Dein Ziel sollte nicht sein, dass deine Teilnehmer besser mit Konflikten umgehen können, sondern dein Ziel könnte lauten: „Nach Abschluss meines Trainings kennen die Teilnehmer die Phasen der Konfliktentwicklung und können ein Konfliktgespräch nach dem 5-Stufen-Konzept führen.“

Ja, aber wer das gar nicht will? Der kommt doch dann gar nicht in meinen Kurs. Jup. Genau. Und das ist auch gut so. Eben weil du spezifisch bist, hast du später in deinem Kurs die Teilnehmer, die das lernen möchten. Nicht die, die dir dann zurückmelden: „Ach, das habe ich mir aber anders vorgestellt. Mir ging es doch um meine inneren Konflikte. Soll ich jetzt mit mir selber sprechen, oder was?“ 😉 Klar ist das jetzt ein bisschen überzogen, aber ich denke, du weißt, worauf ich hinausmöchte, oder?

MESSBAR

Nenne Zahlen! Mach dein Ziel greifbar. So können sich deine Teilnehmer viel besser vorstellen, was auf sie zukommen wird. Klar lässt es sich nicht immer einfach in Zahlen ausdrücken, was passieren wird. Das ist bei fast allen „weichen“ Themen der Fall. Bietest du z.B. einen Online-Kurs zum Thema „Facebook-Nutzung für Kleinunternehmer an“, ist es nicht seriös zu sagen: „Nach dem Kurs hast du doppelt so viele Fans wie vorher.“ Aber du könntest zum Beispiel sagen: „Ich zeige dir, wie du innerhalb von zwei Stunden deine Facebook-Aktivitäten für einen ganzen Monat planen und vorbereiten kannst.“

Es gibt nahezu unendlich viele Angebote und Möglichkeiten. Gleichzeitig haben wir haben vermeintlich immer weniger Zeit. Daher wägt jeder von uns, ich genauso, ab: Was bringt mir das Ganze? Wo ist mein Nutzen? Dazu sind konkrete Zahlen sehr sinnvoll.

Zum Beispiel: „Während der Zeiten zwischen den Modulen führt jeder Teilnehmer drei schwierige Kundengespräche.“ Oder „Nach dem Englisch-Kurs beherrscht du die 672 wichtigsten Ausdrücke.“

AKTIONSORIENTIERT  

Bringe deine Teilnehmer ins Handeln! Das kennst du bestimmt von dir selbst. Was du hörst oder liest, vergisst du schnell wieder, wenn es gerade keine große Relevanz für dich hat. Konkrete Beispiele zu sehen, ist schon Mal deutlich effektiver, aber die Dinge selbst zu tun ist der effektivste Weg zu lernen.               

„Was du mir sagst, das vergesse ich. Was du mir zeigst, daran erinnere ich mich. Was du mich tun lässt, das verstehe ich.“  Konfuzius

Fordere deine Teilnehmer zum Beispiel auf, sich einen Lernpartner aus der Gruppe zu suchen. Lasse deine Teilnehmer Videos drehen, posten und gegenseitig kommentieren. Bitte sie eine bestimmte Frage in eurer Facebook-Gruppe zu beantworten, …

REALISTISCH

Ziele sollten herausfordernd sein, klar. Aber eben auch realistisch. Sonst wird aus der Motivation ganz schnell Überforderung und Frust. Wenn du noch keinerlei Know-how hast, wie du ein Online-Training erstellen kannst, ist es völliger Quatsch dir zu erzählen, dass du “mit meinem ach so tollen Training” innerhalb von nur zwei Wochen ein erfolgreiches mehrmoduliges Online-Training erstellen wirst, mit dem du mindestens 20.000 € Umsatz machen wirst.

Ich glaube, du weißt, worauf ich hinaus will, oder? 😉

TERMINIERT  

Wann soll das geschehen? Genaue Zeitangaben sind für deine Teilnehmer wichtig um entscheiden zu können, ob dein Online-Training passend für sie ist. Wenn ihr Ziel ist, innerhalb der nächsten vier Wochen etwas zu tun und dein Kurs auf sechs Monate geplant ist, macht das für den Teilnehmer wenig Sinn – für viele andere aber schon. Hat dein Teilnehmer wenig Zeit, deinen Kurs nebenbei zu absolvieren und liest, dass innerhalb von drei Wochen sehr umfangreiche Themen bearbeitet werden, ist es für ihn möglicherweise nicht das richtige. Für den Teilnehmer aus dem ersten Beispiel ist es vielleicht optimal. Auch diese Angabe führt dazu, dass du genau die richtigen Leute in deinem Online-Training hast.

„Innerhalb der nächsten 3 Monate…“ oder “Du kannst xy sofort umsetzen…” oder “Der Selbstlernkurs kann in deinem beliebigen Tempo absolviert werden.”

 

Warum der Aufwand für die Ziele?

Ganz einfach. Durch die ganz detaillierte Formulierung der Ziele weißt du genau, worauf du bei der Trainingsentwicklung achten solltest und nach Abschluss des Trainings kannst du und auch deine Teilnehmer einfach prüfen, ob die Ziele erreicht wurden. Die Festlegung der Ziele hilft dir also dabei, den roten Faden bei der Planung, Durchführung und Auswertung des Trainings nicht zu verlieren.

Überlege dir nach der Zielformulierung nochmal ob deine formulierten Ziele zu den Erwartungen deiner Teilnehmer passen. Denke an deinen Idealkunden und was ihn oder sie bewegt. Was braucht dein idealer Trainingsteilnehmer? Was nützt ihm am meisten?

Hast du dir zu allen Punkten deine Antworten notiert? Super! Dann hast du jetzt eine tolle Grundlage für die Planung deines Online-Trainings. Wenn du noch nicht alle Antworten gefunden hast, dann ist das überhaupt nicht schlimm. Das ist oft ein Prozess, der schon mal ein paar Tage, oder auch ein paar Wochen dauern kann. Das ist okay. Ich empfehle dir trotzdem sehr, zuerst zu allen Kriterien die Antworten zu notieren, bevor du weitergehst.

So sparst du dir nicht nur im Endeffekt eine ganze Menge Zeit (weil du später nicht anfangen musst, alle Punkte zig Mal zu überarbeiten), sondern – und das finde ich noch viel wichtiger, du stellst sicher, dass du wirklich ein Online-Training entwickelst, das genau zu deiner Zielgruppe passt. In dem du dich als Experte zeigen kannst und optimal die Erwartungen deiner Teilnehmer triffst. Weiterempfehlungen inklusive 😉

Was sind deine Ziele? Was möchtest du mit deinem Business erreichen? Hast du schon mal mit Online-Trainings gearbeitet? Fragen über Fragen… 🙂 Ich freue mich sehr über deine Antworten in den Kommentaren!

Herzliche Grüße

Simone Weissenbach