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Viele ExpertInnen denken bei einem neuen Angebot zuerst an Inhalte. An Module, Videos, Übungen, Arbeitsblätter, Beispiele, Methoden oder an die Frage, wie sie ihr Wissen gut strukturieren können. Das ist verständlich, weil wir natürlich wollen, dass Menschen in unseren Angeboten wirklich etwas lernen und danach auch etwas anders machen können.
Für reicht diese Perspektive trotzdem nicht aus. Ein gutes Lernangebot ist weit mehr als „nur“ guter Content oder gute Didaktik. Beides ist wichtig, aber aus meiner Sicht ist das nur eine Seite der Medaille.
Die andere Seite ist die Produktperspektive. Ein Lernangebot muss für die Lernenden etwas verändern, aber es muss gleichzeitig eben auch eine klare Funktion für dein Business erfüllen. Genau deshalb spreche ich immer stärker von Lernprodukten und nicht nur von Lernangeboten.
Was ich mit Lernprodukt meine
Ein Lernprodukt ist für mich ein Angebot, das deine Expertise in konkrete Wirkung übersetzt UND gleichzeitig eine bestimmte Aufgabe in deinem Business übernimmt. Es geht also nicht nur darum, Wissen weiterzugeben oder schöne Inhalte zu erstellen. Es geht darum, dass dieses Produkt für die Lernenden etwas bewirkt UND für dein Business nachhaltig funktioniert.
Ein Lernprodukt kann ein Online-Programm sein, ein Online-Kurs, ein Gruppenprogramm, ein Training, ein Blended Learning Angebot oder auch ein internes Lernformat in einem Unternehmen. Die Form ist erst einmal nicht der wichtigste Punkt. Wichtiger ist, ob dieses Angebot wirklich aus deiner echten Expertise heraus entsteht, ob es bei den Menschen etwas verändert und ob es im Business eine klare Rolle hat.
Genau an dieser Stelle wird es für erfahrene ExpertInnen spannend, denn viele haben über Jahre sehr viel aufgebaut. Angebote, Inhalte, KundInnenergebnisse, Materialien, Trainings, Workbooks, Videos, Calls, Beispiele, Erfahrungen und Ideen. Doch trotzdem erlebe ich immer wieder, dass sie sich oft wenig Gedanken machen, welche Funktion ihr Angebot im Business spielen soll, sich dann aber trotzdem wundern, dass sie ihre Business-Ziele nicht erreichen.
Warum gute Inhalte allein nicht reichen
Gute Inhalte sind wichtig. Gute Didaktik ist wichtig. Und trotzdem kann ein wirksames Lernangebot gleichzeitig ein schlechtes Produkt sein.
Das klingt im ersten Moment vielleicht etwas hart, aber ich meine damit etwas sehr Konkretes. Ein Angebot kann fachlich richtig gut sein, den TeilnehmerInnen wirklich weiterhelfen und trotzdem für dein Business nicht sinnvoll funktionieren. Es kann zu viel persönlichen Einsatz brauchen, wirtschaftlich nicht gut aufgehen oder keine klare Funktion in deiner Angebotsarchitektur haben.
Auf der anderen Seite kann ein Produkt auch wirtschaftlich gute Ergebnisse bringen und trotzdem für die Lernenden zu wenig bewirken. Es verkauft sich vielleicht gut, aber die Menschen kommen nicht wirklich in die Umsetzung. Oder sie konsumieren viel, verstehen viel, speichern viel ab und verändern am Ende doch zu wenig in ihrem Alltag oder in ihrem Business.
Die zwei Seiten der Medaille
Für mich entsteht ein gutes Lernprodukt genau dort, wo Lern-Impact und Business-Impact zusammenkommen. Es soll für die Lernenden etwas verändern und gleichzeitig für dein Business eine klare Aufgabe erfüllen. Das eine sollte nicht auf Kosten des anderen gehen.
Ein Lernprodukt kann einen guten Business Case haben und für die Lernenden trotzdem zu wenig bringen. Es kann didaktisch richtig gut sein und wirtschaftlich trotzdem nicht tragbar. Es kann sehr wirksam sein und gleichzeitig so viel persönlichen Einsatz brauchen, dass es auf Dauer einfach nicht sinnvoll ist.
Genau deshalb reicht die Frage nicht, was jemand nach deinem Angebot besser können soll. Diese Frage ist wichtig, aber sie ist nicht die einzige. Genauso wichtig ist die Frage, warum dieses Produkt überhaupt für dein Business existiert.
Deine Expertise ist das Fundament
In den letzten Wochen habe ich im Podcast viel darüber gesprochen, warum deine Expertise wieder stärker ins Zentrum deiner Angebote gehört. Mit Expertise meine ich nicht nur dein Wissen. Ich meine auch deine Erfahrung, deine besonderen Ansätze, deine Arbeitsweise und das, was die Arbeit mit dir oder deinem Angebot so besonders macht.
Das bleibt für mich das Fundament. Gerade in einer Zeit, in der KI sehr schnell gute Inhalte erstellen kann, wird deine echte Expertise noch wichtiger. Inhalte allein sind immer leichter austauschbar, aber deine Art zu denken, zu analysieren, zu begleiten und Entscheidungen zu treffen, ist es nicht.
Trotzdem ist ein Lernprodukt nicht einfach nur ein Kurs, in den du möglichst viel von deiner Expertise reinpackst. Genau da wird es manchmal schwierig. Mehr Expertise im Angebot bedeutet nicht automatisch, dass das Angebot wirksamer, klarer oder wirtschaftlich sinnvoller wird.
Der Unterschied zwischen Wissen und Wirkung
Viele erfahrene ExpertInnen haben kein Wissensproblem. Ganz im Gegenteil. Sie wissen häufig so viel, dass es eher schwierig wird zu entscheiden, was wirklich ins Angebot gehört und was nicht.
Ein Lernprodukt braucht aber nicht alles, was du weißt. Es braucht das, was die richtigen Menschen in dem Moment wirklich weiterbringt. Es braucht eine Form, die aus deiner Expertise heraus sinnvoll ist und die den Lernenden hilft, leichter in die Umsetzung zu kommen.
Das ist ein wichtiger Unterschied. Ein Angebot kann sehr viel Wissen enthalten und trotzdem zu wenig Wirkung erzeugen. Ein anderes Angebot kann schlanker sein und trotzdem viel stärker wirken, weil es besser führt, klarer entscheidet und den Transfer viel leichter macht.
Die vier Perspektiven auf ein gutes Lernprodukt
Wenn ich mir Lernprodukte anschaue, gehe ich in vier Perspektiven hinein. Diese Perspektiven helfen dabei, nicht nur auf Inhalte, Marketing oder Technik zu schauen. Sie zeigen, ob ein Lernprodukt als Ganzes stimmig, wirksam und wirtschaftlich sinnvoll ist.
Die erste Perspektive ist der Expertise Fit. Passt das Lernprodukt wirklich zu dem, wofür du heute als ExpertIn stehen willst? Passt es zu deiner Arbeitsweise, zu deinen besten KundInnen und zu der Richtung, in die sich dein Business entwickeln soll?
Die zweite Perspektive ist der Learning-Impact. Verändert das Lernprodukt wirklich etwas bei den Menschen? Kommen sie leichter in die Umsetzung, treffen sie bessere Entscheidungen und können sie das Gelernte tatsächlich in ihrem Alltag, ihrem Business oder ihrem Arbeitsumfeld anwenden?
Die dritte Perspektive ist der Business-Impact. Leistet das Lernprodukt das, was es wirtschaftlich oder strategisch leisten soll? Hat es eine klare Funktion oder ist es vor allem eine fachlich schöne Idee, die aber im Business noch keinen richtigen Platz hat?
Die vierte Perspektive ist Delivery. Kann dieses Lernprodukt so, wie es aufgebaut ist, sinnvoll und dauerhaft ausgeliefert werden? Oder hängt die Wirkung so stark an deiner persönlichen Präsenz, an TrainerInnen oder an bestimmten Calls, dass es langfristig zu schwer wird?
Business-Impact ist mehr als „nur“ mehr verkaufen
Wenn ich nach der Business Funktion eines Lernprodukts frage, kommt häufig zuerst die Antwort: Es soll Umsatz machen. Ja, natürlich. Wenn du ein Business hast, willst und musst du damit Geld verdienen.
Aber Business-Impact ist viel mehr als nur mehr zu verkaufen. Ein Lernprodukt kann beispielsweise dein Signature Angebot werden. Es kann eine neue Zielgruppe erschließen oder auch deine 1:1 Arbeit skalierbar machen.
Ein Lernprodukt kann auch dazu da sein, neue Menschen auf dich aufmerksam zu machen. Es kann KundInnen in eine weitere Zusammenarbeit führen. Es kann die Auslieferung profitabler machen oder deine persönliche Arbeit stärker auf die Stellen konzentrieren, an denen sie wirklich gebraucht wird.
Bei Weiterbildungsunternehmen kann die Business Funktion wieder anders aussehen. Dort geht es vielleicht eher darum, Umsatz und Marge zu verbessern, das Portfolio klarer zu differenzieren, bestehende KundInnen zu halten oder Trainerkapazitäten sinnvoller einzusetzen. In Unternehmen oder Corporate Academies kann es darum gehen, die Zeit zur Kompetenzentwicklung zu reduzieren, strategische Fähigkeiten aufzubauen, Performance zu verbessern oder den Transfer in die Praxis zu stärken.
Warum gute Ideen nicht automatisch gute Produkte sind
Ich hatte vor einiger Zeit ein Gespräch mit einer Kundin, die eine super Idee für ein neues Produkt hatte. Fachlich war das Thema spannend. Es passte zu ihrer Expertise und sie hatte wirklich Lust darauf.
Solche Gespräche mag ich sehr, weil Kreativität, Spaß und Co-Creation für mich wichtige Faktoren sind. Doch als ich sie gefragt habe, welche Funktion dieses Produkt in ihrem Business übernehmen soll, konnte sie mir keine Antwort geben, einfach weil sie bisher nicht daüber nachgedacht hatte.
Und genau da liegt ein Punkt, den viele erfahrene ExpertInnen kennen. Du kannst eine fachlich starke Idee haben, die deinen KundInnen wirklich helfen würde. Aber damit dieses Lernprodukt auch für dein Business nachhaltig funktioniert, braucht es auch eine klare Business-Funktion.
Die meisten ExpertInnen haben nicht zu wenig Ideen
Die meisten meiner KundInnen haben nicht das Problem, dass sie zu wenig Ideen haben. Ganz im Gegenteil. Sie haben oft sehr viele Ideen, sehr viel Erfahrung und sehr viele mögliche Angebote im Kopf.
Genau deshalb braucht es auch die Produktperspektive. Sonst wird aus jeder guten Idee schnell ein neues Angebot, ein neuer Kurs, ein neuer Bonus oder ein neues Modul. Das kann im ersten Moment kreativ und sinnvoll wirken, macht das Business aber häufig eher voller und nicht unbedingt klarer.
Ein Lernprodukt braucht deshalb eine klare Entscheidung. Welche Idee wird wirklich ein Produkt? Welche Idee bleibt vielleicht ein Impuls, ein Newsletter, ein Podcast Thema oder ein Teil eines bestehenden Angebots?
Delivery entscheidet mit über die Zukunft deines Angebots
Delivery klingt erst einmal nach einer praktischen Frage. Wie wird das Angebot ausgeliefert, welche Plattform wird verwendet, welche Calls gibt es und was passiert automatisiert? Für mich ist Delivery aber viel mehr als Technik oder Ablauf.
Die Auslieferung entscheidet mit darüber, ob ein Lernprodukt langfristig und nachhaltig funktioniert. Ein Angebot kann fachlich großartig sein und trotzdem zu schwer werden, wenn es zu viel persönlichen Einsatz braucht. Es kann sehr wirksam sein und gleichzeitig so aufgebaut sein, dass du irgendwann keine Lust mehr hast, es aktiv zu verkaufen.
Deshalb gehört Delivery nicht ans Ende der Überlegungen. Sie gehört von Anfang an mit dazu. Gerade wenn du schon länger im Business bist, ist es wichtig zu prüfen, ob dein Lernprodukt nicht nur für deine KundInnen funktioniert, sondern auch für dich und dein Leben.
Next Version heißt nicht, dass das Alte schlecht war
Wenn ich von der next version deines Angebots spreche, meine ich nicht, dass dein altes Angebot schlecht war. Viele bestehende Lernangebote waren zu ihrer Zeit genau richtig. Sie haben verkauft, sie haben KundInnen geholfen und sie haben zu deinem Business gepasst.
Aber dein Business ist heute weiter. Deine Expertise ist weiter. Deine KundInnen haben sich verändert, Technologie hat sich verändert und KundInnenerwartungen verändern sich ebenfalls.
Deshalb darf und sollte sich auch dein Lernprodukt im Laufe der Zeit weiterentwickeln, weil heute eine neue Version sinnvoller, wirksamer und wirtschaftlich stärker sein kann.
KI als Werkzeug für Lernprodukte
KI kann bei Lernprodukten eine wichtige Rolle spielen. Aber aus meiner Sicht kommt sie nicht an erster Stelle. Erst muss klar sein, was das Lernprodukt leisten soll und wo tatsächlich eine Lücke ist, die eventuell sinnvoll durch KI gefüllt werden kann.
In einem Unternehmensprojekt ging es genau darum. Das Unternehmen wollte KI in die Weiterbildung bringen und fragte am Anfang nach dem richtigen Tool. Die eigentliche Arbeit begann aber nicht bei der Tool Auswahl, sondern bei der Frage, welches Lernangebot Priorität hat und wo der Transfer nach dem Training nicht gut genug begleitet wurde.
Erst danach machte KI Sinn. Nicht als Spielerei und nicht als Ersatz für TrainerInnen. Sondern im konkreten Beispiel als interner Sparringspartner, der neue Führungskräfte auch nach dem Training in konkreten Situationen unterstützt und die Inhalte des Trainings in den Arbeitsalltag übersetzt.
Was dein Lernprodukt wirklich leisten soll
Wenn du ein bestehendes Lernprodukt anschaust, lohnt sich eine ehrliche Frage: Welche Rolle hat dieses Produkt in meinem Business? Nicht nur, ob es gut ist oder ob es fachlich korrekt ist.
Ist es dein zentrales Angebot, auf das alles hinführt? Soll das Angebot ein Einstieg sein, der Menschen deine Arbeitsweise erleben lässt? Oder ist es ein Produkt, das deine 1:1 Arbeit entlastet oder ersetzt?
Diese Frage klingt einfach, aber sie verändert sehr viel. Denn je nachdem, welche Funktion ein Lernprodukt hat, muss es anders aufgebaut, verkauft und ausgeliefert werden. Ein Signature Angebot braucht eine andere Tiefe als ein Einstiegsangebot, und ein Produkt zur Skalierung deiner 1:1 Arbeit braucht eine andere Struktur als ein reines Sichtbarkeitsprodukt.
Vom Lernangebot zum Lernprodukt
Ein Lernangebot wird dann zum Lernprodukt, wenn es nicht nur Inhalte vermittelt, sondern bewusst gestaltet ist. Es wirkt für die Lernenden, passt zu deiner Expertise, erfüllt eine Business Funktion und lässt sich sinnvoll ausliefern. Genau dann entsteht etwas, das nicht nur fachlich gut ist, sondern auch im Business funktioniert.
Wenn du also gerade ein bestehendes Angebot hast, das eigentlich gut ist, aber nicht mehr ganz rund wirkt, würde ich nicht als Erstes fragen, was du alles neu machen musst. Ich würde fragen, welche Funktion dieses Lernprodukt heute erfüllen soll. Und dann würde ich prüfen, ob Expertise Fit, Learning Impact, Business Impact und Delivery noch zusammenpassen.
Wenn du gerade an genau so einem Punkt stehst, kann ein Review ein sinnvoller nächster Schritt sein. Dabei geht es nicht darum, dein Angebot komplett neu zu bauen. Es geht darum, den richtigen Hebel zu finden, damit aus deinem bestehenden Lernangebot die nächste Version wird, die wirksamer ist und wirtschaftlich besser funktioniert.
Wenn du dein Lernangebot wirksamer UND wirtschaftlicher machen willst, dann schreib mir gerne an sw@simoneweissenbach.com und erzähl mir von deinem Angebot und deinen Zielen. Ich melde mich dann bei dir und gebe dir meine persönliche Einschätzung, wie ich dich am besten unterstützen kann.
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Die Links zur Folge für dich
Wirksam UND wirktschaftlich: Vom Lernangebot zum Lernprodukt (Podcastfolge 7)
Erst das Problem, dann die KI | Case Study 2 (Podcastfolge 5)
Redesign statt Neustart (Podcastfolge 3)
