Ich möchte dich heute mit auf eine Reise in die Vergangenheit nehmen. Eine Reise in die letzten zehn Jahre. Und zwar genau deshalb, weil ich am 01. Juni 2008 den ersten Tag meiner Selbstständigkeit beschritt.

Heute bekommst du einen Einblick in diese Zeit. Welche Stationen hat es für mich gegeben? Was waren meine Learnings und welche Schlüsse habe ich für mich gezogen? Ich lernte jede Menge über mich selbst und es wurde mir bewusst, dass auch das Schicksal einen großen Einfluss darauf hatte, wo ich und mein Business sich heute befinden.

Warum ich mich in die Selbstständigkeit stürzte …

Vor meiner Selbstständigkeit arbeitete ich im Elektrofachgroßhandel als Abteilungsleiterin im Bereich Personalentwicklung. Ich kümmerte mich als Trainerin um die gesamte Entwicklung des Personals, entwarf und begleitete unter anderem ein Führungskräftenachwuchsprogramm. Von außen betrachtet war meine Arbeit ein Traumjob. Zu Beginn war das auch für mich so, denn ich konnte meine Arbeit von null an aufbauen und meine eigene Note einbringen. Nach einiger Zeit wurde das Unternehmen aufgekauft. Für mich und meine Positionen kamen Unsicherheiten hinzu, denen ich nicht länger zuschauen wollte. Es war nicht klar, ob meine Position in dieser Form weiter bestehen blieb.

Mit 29 Jahren entschloss ich mich damals den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen. Für mich war diese Entscheidung allerdings relativ risikoarm, denn ich konnte für das Unternehmen das von mir entwickelte Führungskräftenachwuchsprogramm ein weiteres Jahr lang extern weiter betreuen. Für mich war das genial, denn ich wusste schon lange, dass ich irgendwann im Leben einmal selbstständig sein wollte. Mein innerer Freiheitsdrang war nur ein Grund dafür.

Auf der anderen Seite standen Ängste und Unsicherheiten

In mir kamen Gedanken auf, es vielleicht nicht schaffen zu können. Ich hatte Angst nicht zu wissen wie viel ich im Monat verdienen würde, befürchtete keine Kunden zu finden und doch irgendwie abhängig zu sein. Jahrelang hielten mich diese Unsicherheiten vor dem Schritt in die Selbstständigkeit ab. Doch jetzt musste, konnte oder sollte ich mich entscheiden.

So verliefen meine ersten Jahre der Selbstständigkeit

Zu Beginn meiner Selbstständigkeit arbeitete ich ganz klassisch als Präsenz-Trainerin. Zum einen für meinen ehemaligen Arbeitgeber und einem ersten Kunden – eine private Hochschule in München. Dort war ich als Dozentin tätig. Nebenbei arbeitete ich als Trainerin bei der IHK. Nach und nach kamen weiter Kunden hinzu. Immer auf Empfehlung. Das waren meine ersten Jahre in der Selbstständigkeit.

Zu diesem Zeitpunkt hatte ich noch rein gar nichts mit Social Media zu tun. Indirekt allerdings schon, denn ich hatte das Führungskräftenachwuchsprogramm als Blended Learning Konzept aufgebaut. Das war kein ernsthaftes eLearning, aber die Teilnehmer kamen aus vielen verschiedenen europäischen Ländern und so nutzen wir die Zeit zwischen den Präsenzveranstaltungen auch online.

Den Unterschied machte mein zweites abgeschlossenes, berufsbegleitendes Studium im Bereich der Erwachsenenbildung. Dieser Master of Arts gestaltete sich als Fernstudium. Auch hier kann man noch nicht von “echtem” Online-Lernen sprechen, aber es war ein Anfang. Es gab eine interne Lernplattform. Die Interaktionen waren jedoch beschränkt. Meist standen nur die Unterlagen als PDF zum Download bereit und machten nicht den großen Unterschied zu denen im Vorfeld verschickten Unterrichtsmaterialien.

Doch eins habe ich bei alledem immer wieder festgestellt: „Ich liebe es zu lernen!“

Ich war (leider) nicht das Kind, dem das Lernen und die guten Noten in der Schule in den Schoß fielen. Ich musste immer viel lernen, aber mir machte das Spaß und es fiel mir nicht schwer. Die Liebe zum Lernen war auch ein Grund, weshalb ich insgesamt dreimal studierte und schlussendlich noch promovierte.

Nachdem ich den zweiten Fernstudienlehrgang abgeschlossen hatte, setze ich noch einen oben drauf und startete eine Weiterbildung zum „Certified European eLearning Manager“. Damit war der Funke gezündet, auch wenn Möglichkeiten der Umsetzung noch beschränkt waren. Ich fand die Methode und die Möglichkeit online zu lernen schon richtig gut, aber immer noch hatte ich im Hinterkopf: „Das muss doch irgendwie besser gehen.“ Die Technik war zu dem Zeitpunkt noch recht beschränkt, aber meine Entwicklung in Richtung Online-Trainerin zeichnete sich langsam aber sich immer deutlicher ab.

Im Juni 2012 registrierte ich zum ersten Mal mein Facebook-Profil

Meinen ersten Facebook-Post schrieb ich allerdings erst ein halbes Jahr später und das nur, weil ich beim Kickstarter-Programm von Karin Wess teilgenommen hatte. Ich erinnere mich noch zu gut daran, dass ich googeln musste, wie das mit dem Schreiben von Beiträgen auf Facebook funktionierte. Ich hatte noch keine Ahnung.

Das war mein Start in die Social Media Welt. Diese sollte mich aber noch ein wenig länger begleiten, denn ich begann mit meiner Promotion zum Thema „Social Media als Lehr- und Lerninstrument“. Dabei untersuchte ich wie Unternehmen Social Media Möglichkeiten einsetzen, um ihre Ausbildung zu optimieren. Aus meiner Promotion entstand ein ganzheitliches, didaktisches Konzept. Eine meiner Erkenntnisse in Zusammenarbeit mit den Unternehmen und den Auszubildenden war, dass Menschen viel leichter lernen, wenn sie Spaß am Lernen haben. Spaß wiederum hatten sie dank dem Einsatz von Social Media. Spannender Weise war dabei sogar egal, dass die Unternehmen den Einsatz von Social Media damals eher zufällig und nicht geplant einsetzten. Trotzdem hat der Umstand, dass es den Auszubildenden Spaß gemacht hat gereicht, dass sie größere Lernerfolge hatten. Das fand ich faszinierend.

Die ersten Jahre meiner (Online-) Selbstständigkeit: Online zu arbeiten bedeutet Freiheit

Die endgültige Entscheidung (fast) nur noch online zu arbeiten traf ich Ende 2013. Auch aufgrund von körperlichen Umständen, die es mir immer schwieriger machten bei meinen Kunden vor Ort zu arbeiten und zu reisen. Schwere Kopfschmerzen kamen hinzu und sicherlich hatte ich zu lange gewartet bis ich mit meinen Beschwerden einen Arzt aufsuchte. Dieser bestätigte mir, dass ich bereits mehrere Bandscheibenvorfälle in den oberen Halswirbeln hatte. Nach der Konsultation von verschiedenen Ärzten entschloss ich mich auch zu einer Operation. Die Operation verlief gut und auch die anschließende mehrmonatige Reha war für mich positiv verlaufen.

Klar dachte ich mir genauso weiter zu machen wie vor der Operation, aber da hatte ich mich geirrt. Ich konnte beispielsweise nicht mehr ohne weiteres ein zweitägiges Training vor Ort abhalten. Ich musste mich mit Schmerzmitteln vollpumpen, war nicht mehr ich selbst und stand einfach neben mir. Ich wollte funktionieren, aber negative Bewertungsbögen meiner Teilnehmer gaben mir die Quittung. Ich musste mir eingestehen, dass ich Firmentrainings so nicht mehr machen konnte. Das zog mir erst einmal den Boden unter den Füßen weg.

Am Anfang war erst einmal alles schlecht und ich wusste nicht wie es weitergehen sollte

Über Karin Wess nahm ich das erste Mal Kontakt mit der Online-Welt auf. Ich folgte ihrem Newsletter und kaufte von ihr meinen ersten Online-Kurs. Jetzt konnte ich auch in die Praxis starten. Ich stellte fest, dass diese Art von Arbeiten genau mein Ding ist.

Natürlich hat es noch ein wenig gedauert bis ich wusste, was ich online anbieten wollte, aber die Methode überzeugte mich. Ich konnte damit weitermachen, was ich so sehr liebte und was mir immer Spaß machte. Themenmäßig war ich als Präsenztrainerin sehr breit aufgestellt und mir war nicht klar, was ich online anbieten sollte. Deshalb entschloss ich mich dazu Wissen zu vermitteln, um effektiv Präsenzangebote in erfolgreiche Online-Programme zu verwandeln.

Mein erstes Online-Angebot brachte ich in Form eines Online-Kurses zum Thema „Technik für deinen Online-Kurs einfach umsetzen“ auf den Markt. Ich war fasziniert und begeistert, denn ich schaffte es meine Vorstellungen und Ideen in die Tat umzusetzen und hatte Erfolg.

Schnell manövrierte ich mich in das nächste Hamsterrad

Schnell ging es für mich in eine andere Richtung und ich bemerkte zu Beginn gar nicht, dass das ganze Social Media Gehabe mir nicht gut tat. Gefühlt war ich jetzt mit der halben Welt vernetzt, hatte Angst ständig irgendwo irgendwas zu verpassen und konnte nicht mehr so richtig trennen, was wichtig war und was nicht.

Immer schon glaubte ich ein sehr extrovertierter Mensch zu sein. Ich stand gerne vor meinen Teilnehmern, war aber genauso fix und fertig nachdem ich eine Vorlesung beendet hatte. Ein Buch von Natalie Schnack zum Thema introvertierte Unternehmer öffnete mir die Augen und ich stellte fest, dass ich gar nicht so extrovertiert war wie ich immer dachte. So sehr mich diese Erkenntnis im ersten Moment schockte, war es im nächsten Schritt unglaublich befreiend. Ich reduzierte meine Social-Media Kontakte und nur noch die Dinge sollten für mich sichtbar sein, die mir wirklich wichtig waren.

Das Hamsterrad der Online-Welt rollte 2016 für mich in ein zweites Hindernis

Ständig anwesend zu sein, die Angst zu haben etwas zu verpassen und ein völlig anstrengender Kurslaunch brachten mich körperlich wieder an einen Punkt, wo ich nicht mehr konnte. Ich musste meine Arbeit für ein ganzes Jahr lang zur Seite legen und meinem Körper Zeit geben sich ausreichend zu regenerieren.

Erst Anfang 2017 nahm ich langsam wieder beruflich Fahrt auf. Meine Gedanken dazu fasste ich in einem Artikel zusammen, den ich ebenso veröffentlichte. Die Resonanz darauf war unglaublich groß. Für mich war wichtig zu zeigen, dass Social Media nicht nur ein Bild von heiler Welt zeigen darf. Es ist nicht alles so wie es scheint und schon gar nicht alles gut. Nicht alles ist Glitzer, was glänzt. 

Ich wollte ich sein und mein Business hat meine Note

Ich arbeitete viel an mir selbst und an meinem Mindset. Ich zeige jetzt viel mehr meine ganz individuelle Persönlichkeit und gehe mit meinem Ich nach außen. Ich bin mein Business und deshalb will ich auch als ganzer Mensch wahrgenommen werden.

Vor fast genau einem Jahr kam dann auch mein Podcast auf die Welt. Davor hatte ich nur Blog geschrieben. Der Podcast ist genau mein Ding und das Medium, welches mir einfach am meisten gefällt. Dazu aber liebend gerne noch mehr in der Folge nächster Woche, denn dann feiert mein Podcast seinen ersten Geburtstag.

Das ist mein Resümee der letzten zehn Jahre

Ich möchte mir noch mehr vertrauen, meinen Weg gehen und machen, was am besten zu mir und meinen Bedürfnissen passt. Ich bin mir sicher noch nicht an meinem Ziel angekommen zu sein. Aber eins steht fest. Auf meinem Weg hat es schon immer Menschen in Form von Mentoren gegeben, die mich begleiteten und die mich unterstützen. Sie waren den Weg schon gegangen, den ich ging oder gehen wollte.

Deshalb möchte ich auch dir ans Herz legen dir Unterstützung zu holen. Du brauchst nicht alles alleine machen. Es geht nicht darum, dass du es nicht auch alleine könntest, aber zusammen mit anderen Menschen ist vieles einfach leichter. Es ist einfach ein unglaublicher Mehrwert, den dir andere Menschen mit ihrem Erfahrungsschatz bieten. Und du sparst selbst viel Zeit und im Endeffekt sogar jede Menge Geld…

Auf die nächsten 10 Jahre!

Herzliche Grüße

Simone Weissenbach

Die Links zur Folge für dich

Hier erfährst du mehr über Karin Wess und ihr Online-Angebot

Falls du auch glaubst introvertiert zu sein, dann könnte die Seite von Natalie Schnack für dich interessant sein

 

 

 

 

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