Sagt das Teufelchen: „Du kannst das nicht! Du bist nicht gut genug!“ Antwortet das Engelchen: „So ein Quatsch! Aber meinst du echt? Naja, vielleicht hast du Recht.“ :-(

Die Selbstzweifel

Monika hat mir zu meinem letzten Artikel Start before you´re ready eine sehr schöne Rückmeldung geschrieben. Dabei hat sie auch das Thema Selbstzweifel aufgebracht.

…die fiesen kleinen Stimmen, die dazwischen quatschen…Das kannst du noch nicht, andere sind besser, das ist so viel Arbeit usw. …

Ein Thema mit dem wahrscheinlich jeder mehr oder weniger zu kämpfen hat – die fiesen Selbstzweifel. Das kleine Teufelchen, dass dir auf der Schulter sitzt und dir zuflüstert: „Lass es sein, du bist nicht gut genug! Du kannst das nicht!“ Egal wie leise sein Geflüster ist, du kannst ihn trotzdem hören…

Das Teufelchen schafft es oft, dass tolle Ideen und Projekte im Sande verlaufen, was unglaublich schade ist. Die Erstellung eines eigenen Online-Trainings kann aber auch im ersten Moment etwas beängstigend wirken, vor allem, wenn du noch nicht viel Erfahrung damit hast.

Lange habe ich auch viel zu sehr auf den kleinen Quälgeist gehört und mich beeinflussen lassen. Bis mir etwas klar geworden ist: Das Teufelchen will mich gar nicht unbedingt ärgern, sondern beschützen. „Was?“ denkst du dir jetzt vielleicht. „Wie kommst du denn da drauf?“ Okay, schauen wir mal, was dahinter steckt.

Was steckt dahinter?

Hinter solchen Äußerungen wie „Du kannst das nicht! oder „Du bist nicht gut genug!“ steckt eine Angst. Ich habe Angst, dass ich mich blamieren könnte, dass ich schlechte Kritiken bekomme, dass niemand mein Training kaufen möchte,… Das sind alles Selbstzweifel. Wenn ich mich nun davon abhalten lasse, es trotzdem zu tun, dann kann mir ja nichts passieren. Praktisch, oder? ;-)

Das Engelchen, dass auf der anderen Seite dagegenhält: „Komm, du schaffst das!“ bedeutet ja schon ein gewisses Risiko. Es könnte ja schieflaufen. Manchmal ist es also einfach bequemer und die vermeintlich sicherere Variante, auf den Teufel zu hören.

Es hat sich für mich aber wieder und wieder gezeigt: Alle Befürchtungen und Selbstzweifel, die ich hatte, waren immer viel schlimmer, als die Realität. Klar ist auch mal was schiefgelaufen. Natürlich war nicht immer alles perfekt, aber so what? Die Freude und der Spaß am Neuen haben immer weit überwogen. :-)

Als mir klar geworden ist, dass die Selbstzweifel, die das Teufelchen auslöst mehr Selbstschutz sind, habe ich angefangen zu überlegen, was ich tun kann um mich anders zu schützen? Wie kann ich das Teufelchen zu meinem Unterstützer machen? Was kann die Alternative zu „Ach, dann mache ich es lieber nicht, dann kann auch nichts passieren“ sein? Dazu habe ich darüber nachgedacht, in welchen Situationen ich mich am sichersten fühle. Das ist dann der Fall, wenn ich genau weiß, was zu tun ist, mich auskenne, ich von anderen bestärkt werde und ich ein Ziel habe, das ich erreichen möchte.

Für mich funktionieren diese zwei Schritte am besten:

1. Schritt

Ich brauche ein konkretes Ziel, das ich erreichen möchte. Achte bei der Formulierung der Ziele darauf, dass sie SMART formuliert sind.

  • Spezifisch = Was möchte ich konkret erreichen? Nicht: Ich möchte mich mit WordPress besser auskennen, sondern z.B. Ich weiß, welche Plugins ich für meinen Blog benötige und kann diese installieren und für mich passend einstellen.
  • Messbar = Nicht: ich möchte mehr Newsletter-Leser haben, sondern ich möchte 500 neue Newsletter-Leser haben.
  • Aktionsorientiert = Bringe deine Teilnehmer oder dich selbst ins Handeln, z.B. …dazu absolviere ich den xy-Kurs.
  • Realistisch = Wenn du erst mit deinen Online-Trainings gestartet hast, ist es in der Regel nicht realistisch, dass du innerhalb der nächsten drei Monate von deinem Angebot leben kannst. Ziele sollen herausfordernd sein, klar, aber eben auch realistisch. Sonst wird aus der Motivation schnell Überforderung und Frust.
  • Terminiert = Lege dir einen Zeitpunkt fest, zu dem du dein Ziel erreicht haben möchtest, z.B. Ende 2015.

Die Zielformulierung ist für mich die Grundlage zum Abbau der Selbstzweifel. Dann geht es weiter…

2. Schritt

Wenn mein Ziel klar ist, ist es für mich wichtig, das „bedrohliche“ aus dem neuen, großen, unbekannten Projekt wegzukriegen, also das, was mir Angst macht und dafür sorgt, dass ich meinem Teufelchen nachgebe. Dazu teile ich mir das große Ganze in viele kleine Schritte auf, die ich dann im wahrsten Sinne des Wortes Step-by-Step abarbeiten kann. Das hilft mir ungemein, denn auf einmal ist das riesige Projekt überschaubar und ich habe lauter konkrete To Do’s.

Dabei achte ich auch immer darauf, dass die To Do’s so strukturiert sind, dass ich sie in den Zeitphasen, die mir in der Regel zur Verfügung stehen, auch bewältigen kann. Bei mir sind das in der Regel Blöcke von einer halben bis maximal zwei Stunden. So kann ich sicherstellen, dass ich nicht gefühlt 1.000 Mal mit dem gleichen Thema anfange, sondern einmal dran bin, es fokussiert und konzentriert abarbeiten kann und dann abhaken kann. Abhaken finde ich super, das sind für mich immer so kleine Erfolgserlebnisse. :-)

O TO DO 1

O TO DO 2

O TO DO 3

Übrigens, wenn deine Zeiteinheit nur 15 min ist, dann ist das auch völlig okay. Achte dann nur darauf, dass du deine To Do’s etwas kleiner formulierst, damit du trotzdem deine Haken setzen kannst. Anstatt „Blogartikel schreiben“, lautet dein To Do vielleicht „Ideensammlung Blog“, „Materialrecherche Blog“, Grobentwurf Blog“,…

Und glaub mir, selbst in 15 min kannst du viel mehr schaffen, als du dir gerade vielleicht vorstellen kannst. Das Gute daran ist auch, dass du dir angewöhnst, schnell loszulegen und am Thema zu arbeiten.

Wenn ich wirklich mal nicht in meiner Zeiteinheit fertig werde, aber schon angefangen habe, mache ich auch mal „halbe Haken“. Dann weiß ich auf einen Blick, dass ich da schon dran bin, aber noch etwas fehlt. Zumindest schon mal ein kleines Erfolgserlebnis! ;-)

Durch das klare Ziel und die vielen kleinen To Do’s ist mein persönliches Teufelchen immer leiser geworden. Denn wenn ich bei dem Vorhaben „Ein erfolgreiches Online-Training entwickeln“ vielleicht noch Muffensausen kriege und gerne auf „Das schaffst du doch eh nicht!“ höre,  sind die To Do’s „Aufschreiben, zu welchen Themen ich viel Wissen habe.“ oder „Artikel zu meinem Lieblingsthema recherchieren“ nun wirklich nicht mehr bedrohlich.

Letztendlich sind Engelchen und Teufelchen nur zwei Seiten derselben Medaille. Die Frage ist immer, was ich daraus mache. Den Teufel nicht ignorieren, sondern überlegen, was meine Befürchtungen sind und Wege finden, die Ängste und Selbstzweifel zu reduzieren. So kann das Teufelchen sogar zum Unterstützer werden, denn er hilft uns, uns nicht zu überfordern und die Dinge genau zu durchdenken. Der Engel darf trotzdem ruhig ein Megaphon bekommen! :-)

Teufelchen: „Du kannst das nicht! Du bist nicht gut genug!“ Engelchen: „Ach sei doch ruhig! Klar kann ich das! Ist gar nicht so viel, wenn ich mir das aufteile. Aber keine Sorge, ich schau mir alles nochmal in Ruhe an!“

Was ist dein bester Tipp, dein Teufelchen zum Schweigen zu bringen? Teilst du ihn in den Kommentaren oder auf meiner Facebook-Seite mit uns? Aus den Tipps werde ich dann nochmal einen Beitrag zusammenstellen, die „Anti-Teufelchen-Liste“ ;-)

Ich freue mich, wenn du mitmachst!

Herzliche Grüße

Simone Weissenbach