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Zunächst einmal keine Sorge. Dein ganzes Wissen muss und soll gar nicht in ein einziges Online-Angebot. Ich zeige dir hier eine Methode, wie du deine Inhalte in nicht mal einer halben Stunde auswählen kannst. Egal, was dein Thema ist, kannst du diese Methode anwenden.Denkst du darüber nach, aus deinem Wissen ein Online-Training zu entwickeln? Hast du es vielleicht schon mal versucht? Dann ist es dir möglicherweise auch so gegangen, dass du den sprichwörtlichen Wald vor lauter Bäumen nicht gesehen hast.

In mein erstes Online-Angebot habe ich viel zu viel reingepackt. Ich hatte den Wunsch es möglichst gut zu machen und dabei die Teilnehmer einfach überfordert. Ich wollte mich abheben und zeigen, welche gute Qualität Online-Angebote haben können. Ein Angebot wird allerdings nicht dadurch besser, dass du möglichst viel reinpackst, sondern dass du es schaffst deinen Teilnehmer auf den Punkt zu unterstützen.

Online neigt man als Trainer leicht dazu all sein Material in den Kurs einbauen zu wollen, denn man hat wie bei Präsenztrainings nicht die Möglichkeit seine Trainingsinhalte durch Reservematerialien individuell anzureichern. (Das meint man zumindest – ich genauso – aber es geht wohl!)

Meine erweiterte MindMap-Methode

Von der MindMap-Methode hast du vielleicht schon mal gehört. Wenn nicht, macht das gar nichts, denn die Methode ist ganz schnell erklärt. Die Methode ermöglicht dir eine visuelle Darstellung von Themen und Zusammenhängen. Dein Hauptthema steht in der Mitte. Von da aus laufen alle Unterthemen wie Äste davon weg, die sich dann immer weiter in kleinere Zweige aufgliedern. Das Außergewöhnliche dieser Methode ist, dass Ideen und Stichworte auf diesem Weg nicht nacheinander aufgeschrieben werden, sondern gleich in ihren Zusammenhängen visualisiert werden. Genau das ist es, was dir dann die Auswahl der relevanten Trainingsinhalte unglaublich vereinfacht.

Hört sich kompliziert an? Keine Sorge, ist es gar nicht. Ich zeige dir das mal an einem Beispiel. Nehmen wir mal an, dein Fachgebiet ist die Erstellung von „Trainings“. Magst du gleich mitmachen? Nimm ein leeres Blatt, mindestens in der Größe DIN A4, besser ist DIN A3 oder kleb einfach zwei A4 Blätter mit Tesafilm zusammen. Bleistift, Radiergummi, einen schwarzen Filzstift und ein paar Buntstifte.

Schreib dein Thema in die Mitte des Blattes

Lege das Blatt quer vor dich hin. Schreibe oder male dein Thema in die Mitte des Blattes. Im ersten Schritt nehme ich immer einen Bleistift, damit ich leichter noch Änderungen machen kann. Bei mir ist das Thema „Platzaufteilung auf dem Blatt“ immer so eine Sache. Es gibt für Mindmaps auch einige Online-Tools, um diese digital umzusetzen. Ich muss allerdings sagen, dass mir die old-school Variante besser gefällt.

 Deine Unterthemen sind untergeordnete Äste

Nun gehen von deinem Hauptthema untergeordnete Äste ab, also deine Unterthemen. Diese schreibst du auf die Äste.

Jeder Nebenzweig ist ein neues Unterthema

Jetzt wirst du bei den Hauptästen noch präziser und brichst die Themen weiter herunter. Jeder Nebenzweig ist ein neues Unterthema. Du musst nicht der Reihe nach vorgehen. Ergänze immer da, wo dir etwas Neues einfällt. Meistens fällt einem nämlich mal hier und mal da was ein und eben nicht genau der Reihe nach. Ich empfehle dir, maximal sieben Hauptthemen.

Mach dir Gedanken dazu welche großen Bereiche zu deinem Thema gehören. Die Hauptthemen kannst du oft über die W-Fragen bilden: Wer? Was? Wie? Wann? Wo? Warum? Womit? Keine Sorge, wenn es am Anfang mehr sind. Vielleicht kannst du später noch mehr zusammenfassen. Je nach Thema machen 2-4 Unterebenen Sinn. Wenn es zu komplex oder umfangreich wird, würde ich eher eine eigene MindMap für das Thema entwickeln. Aber im Moment geht es erst mal um die Grobstruktur.

Wenn die Seitenaufteilung passt und du alles, was dir so einfällt, untergebracht hast, kannst du wenn du magst die Map mit einem schwarzen Filzstift nachzeichnen. Das würde ich allerdings nur dann machen, wenn du sie für später aufheben möchtest. Für eine erste Strukturierung reicht der Bleistift völlig aus und geht auch viel schneller.

Nutze Bilder und Symbole für deine Struktur

Auch hier gilt „Ein Bild sagt mehr als tausend Worte“. Nutze in einem nächsten Schritt Bilder oder Symbole um wichtige Begriffe zu unterstützen. Keine Sorge, dass muss nicht schön sein. Du kannst gerne auch Bilder aufkleben. Das ist vor allem eine tolle Sache, wenn du die MindMap auch für später aufheben möchtest.

Farben gliedern zusätzlich deine MindMap

 Jetzt kannst du noch Farben nutzen, um Themen auch optisch abzugrenzen und übersichtlicher zu gestalten. Ich bin ein sehr visueller Typ und mag es, wenn ich Zusammenhänge im wahrsten Sinne des Wortes „auf einen Blick“ sehe.

Farblich kannst du auch themenübergreifend arbeiten oder Inhalte teilweise noch ein wenig anders zusammenfassen.

Hängen einzelne Themen über die Äste hinweg mit anderen zusammen, dann kannst du diese durch Linien zusätzlich verbinden.

Jetzt solltest du eine recht gute thematische Übersicht deines Themas haben. Schau nochmal, ob dir noch irgendetwas fehlt. Du hast eine MindMap zu deinem Thema. Für die Auswahl deiner Trainingsinhalte gehen wir jetzt noch ein paar Schritte weiter.

Die Auswahl deines Wissens für deine Trainingsinhalte

Die Auswahl deiner Trainingsinhalte hängt davon ab, was die Ziele deines Trainings sind. Eigentlich logisch.Möchtest du über deinen Bereich einen Gesamtüberblick vermitteln? Sollen bestimmte Unterthemen in die Tiefe gehend bearbeitet werden? Bietest du ein einzelnes Training oder ein Trainingsprogramm, das aus mehreren Modulen besteht, an?

Ist es dein Trainingsziel für Neulinge einen Gesamtüberblick über dein Thema zu geben, wählst du z.B. alle Hauptzweige und jeweils den ersten Unterzweig.

Möchtest du ein Thema in die Tiefe behandeln entscheidest du dich für einen Hauptzweig und alle dazugehörigen Unterzweige, z.B. das Thema Trainingsgestaltung. Natürlich kannst du auch noch tiefer ins Detail gehen, dann nimmst du dir beispielsweise nur das Thema „Gruppenarbeiten“ raus und gehst dann weiter mit Arten von Gruppenarbeiten, Voraussetzungen, Vorteile, Nachteile, Aufgabenstellungen, Auswertungen,…

Das alles kannst du sehr schön visuell mit deiner MindMap realisieren. Du siehst wie ein Thema in die Tiefe geht, wie sich ein Thema weiter verzweigt und was für Unterthemen jeweils dazugehören. Wenn du diese MindMap nicht anlegst, dann ist die Gefahr, dass du dich sehr schnell verzettelst. Du wirst auch schnell merken, ob du Bereiche zu stark überdimensioniert hast oder ob es auch Bereich gibt, wo du noch ein wenig nachlegen solltest. Häufig neigen wir aber dazu viel zu viel aufzunehmen.

Gliedere in must-haves und nice-to-haves

Für mich macht auch Folgendes noch Sinn: Geh deine Unterpunkte einzeln durch und markiere dir deine must-haves. Was sind Inhalte, die definitiv reingehören und was sind vielleicht eher so genannte nice-to-haves. Bei einer späteren Umsetzung deiner MindMap macht es nämlich Sinn deinen Fokus zunächst auf deine must-haves zu legen (vor allem in der Umsetzung!), um dann gegebenenfalls zu schauen, wenn noch Luft im Kurs vorhanden ist, das eine oder andere nice-to-have mit reinzunehmen.

Mehrmodulige Trainingsprogramme

Bei einem mehrmoduligen Trainingsprogramm macht es Sinn, als erstes den groben Gesamtüberblick über das Thema zu geben (alle Hauptzweige) und dann der Reihe nach die Äste in die Tiefe zu erarbeiten.

Auf diesem Weg erhältst du die Grobstruktur deines Trainings. Je nachdem, wer deine Zielgruppe ist, welche zeitliche Planung du verfolgst und was dein Trainingsziel ist, kannst du nun die Stichworte mit Erläuterungen, Beispielen, Methoden, usw. füllen. Wenn nötig kannst du noch weiter in die Tiefe gehen, aber nur, wenn es wirklich sinnvoll ist. Und du hast das Konzept für dein Training!

Noch ein Tipp zum Schluss: Gerade am Anfang neigt man schnell dazu, viel zu viele Inhalte in ein Training zu packen. Schau, dass du deine Teilnehmer nicht überforderst, reduziere die Inhalte lieber und hole dir nach deinem ersten Probelauf eine Rückmeldung. Nachsteuern und ergänzen kannst du immer noch.

Digitale Mindmaps durch kostenlose Tools

Es gibt im Netz einige kostenlose Tools zur Erstellung von MindMaps. Einfach mal googlen. Trotzdem finde ich persönlich handgeschriebene oder gemalte MindMaps schöner. Da bin ich noch old-school.  Aber das ist Geschmackssache…

Digitale MindMaps haben den Vorteil, dass du noch nachträgliche Änderungen oder Verschiebungen einfügen kannst. Interessant ist ebenfalls, dass du die Inhalte von Online-MindMaps ganz leicht in PowerPoint, Excel oder Word importieren kannst.
Ich selbst habe mit einer digitalen MindMap meinen Redaktionsplan für meinen Podcast in weniger als einer Stunde erstellt – und zwar mit Inhalten für über ein Jahr!

Tools für digitale Mindmaps

kostenfreie Tools
Freemind (eher einfache Gestaltungsmöglichkeiten)
Freeplane (mehr Optionen als Freemind)
Coggle (webbasiert)
Mindmup (webbasiert)

eingeschränkt kostenfrei
Xmind (in der Basisversion kostenfrei)
Mindmeister (je nach Plan Optionen zur Zusammenarbeit mit anderen, in der Basicversion 3 Mindmaps kostenfrei)

kostenpflichtige Tools
Mindmanager (sehr umfangreiche Gestaltungsoptionen, relativ teuer)
Simplemind (weniger Optionen, dafür sehr günstig)
Mindmeister (je nach Plan Optionen zur Zusammenarbeit mit anderen, in der Basicversion 3 Mindmaps kostenfrei)

Hast du schon Erfahrung in der Zusammenstellung von Trainingsinhalten? Wie machst du das? Schreibe mir gerne deine Ideen in die Kommentare!

Herzliche Grüße

Simone Weissenbach

 

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Ich bin Simone Weissenbach und ich unterstütze andere Trainer und begeisterte Wissensvermittler bei der Entwicklung von individuellen Online-Konzepten – damit sie mit viel Erfolg und Spaß noch mehr erreichen können. Mehr Menschen. Mehr Freiheit. Mehr Zeit. Mehr Geld.

Meine Erfahrungen und Tipps gebe ich auf meinem Blog und in meinem Podcast weiter. www.simoneweissenbach.com
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